Wirtschaftskriminalität mit zunehmender Bedeutung

Cyber Angriff auf ein deutsches Medienunternehmen, Erpressung von Bitcoin nach einer Phishing-Attacke, betrügerische Zahlungsanweisungen durch eigene Mitarbeiter oder Dritte, Unterschlagung in Buchhaltung oder Lager oder gar das eigene, noch geheime Design als billige Kopie – so lauteten in der Vergangenheit vermehrt Schlagzeilen oder Äußerungen betroffener Unternehmen, die durch Attacken von Cyber-Angreifern geschädigt wurden. Und die Zahl der Betroffenen steigt stetig, wobei die Größe der angegriffenen Unternehmen für die Täter keine Rolle spielt. Kleine und mittelständische Betriebe stehen nicht weniger im Fokus als große Konzerne.

Hamburg, 17.08.2021 – Die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft bietet Kriminellen immer mehr und vor allem immer neue Möglichkeiten, einen Vorteil auf Kosten der Unternehmen zu erhalten. Dabei ist festzustellen, dass die Kriminelle hoch spezialisiert sind und zur optimalen Nutzung ihrer Fähigkeiten in verprovisionierten Partnerschaften zusammenarbeiten. Zudem entwickeln sie immer wirksamere Methoden, sich in Systeme einzuschleichen, sodass ein Angriff im Grunde als Insider erfolgt. Aufgrund der zunehmenden Schadenzahlen wird Wirtschaftskriminalität auch häufig mit Cyber Crime gleichgesetzt.


Risikoanalyse – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Schutz vor Wirtschaftskriminalität erfordert eine Analyse, welche Risiken für das Unternehmen bestehen und welche Risiken die Existenz des Unternehmens bedrohen können. Hierzu müssen interne Abläufe, Prozesse und Kontrollmechanismen analysiert werden, um Schwachstellen zu erkennen. Darauf aufbauend sollten Schutzmaßnahmen wie Verhaltensgrundsätze und Leitbilder entwickelt und im Unternehmen verankert werden. Auch werden Investitionen in (IT-)Sicherheitstechnik kaum zu umgehen sein. Zur Abrundung des Maßnahmenpakets kann das verbleibende Restrisiko über Versicherungen abgesichert werden.
 

Das optimale Deckungskonzept

Zur Absicherung von Risiken der Wirtschaftskriminalität sind zwei Versicherungen von besonderer Bedeutung: Cyberversicherung und Vertrauensschadenversicherung. Während die Cyberversicherung ein relativ junges Produkt ist, schaut die Vertrauensschadenversicherung auf eine längere Historie zurück. Teilweise gibt es Überschneidungen zwischen den beiden Versicherungen, manche Risiken sind auch nicht versicherbar.

Welche Versicherung die richtige für Ihr Unternehmen ist, hängt von den Risiken ab, die abgesichert werden sollen. Dabei hilft folgende Übersicht:
 


Vereinfacht lässt sich sagen, dass

  • die Vertrauensschadenversicherung vornehmlich Betrug, Untreue und Diebstahl deckt und
  • die Cyberversicherung bei Eingriffen von innen und außen in das EDV-System und Datenmissbrauch deckt.

Ganz wesentlicher Bestandteil der Cyberversicherung, der so in kaum einer anderen Versicherung verfügbar ist, sind umfassende Assistance-Dienstleistungen für die Handlungsfähigkeit im Notfall. Über eine 24/7-Hotline besteht Zugriff auf ein Netzwerk von IT-Experten, die bereits im Verdachtsfall mit Rat und Tat zur Seite stehen.
 

Cyber- und Vertrauensschaden-Versicherung: Doppelt genäht hält besser?

Um einen möglichst umfassenden Schutz vor Cyber-Kriminalität zu gewährleisten, kann es nur die Empfehlung geben, beide Versicherungen abzuschließen und diese inhaltlich und preislich aufeinander abzustimmen, um mögliche Überschneidungen aufzulösen. Bei der Entwicklung Ihres individuellen Deckungskonzepts zur Absicherung der Risiken von Wirtschaftskriminalität unterstützen wir Sie gerne.
 

Grenzen der Versicherbarkeit von Wirtschaftskriminalität

Auch wenn der Leistungsumfang von Cyber- und Vertrauensschadenversicherung schon sehr weitreichend ist, so ist er doch nicht grenzenlos. Nicht versicherbar sind beispielsweise Bußgelder, die aus strafrechtlich relevanten Verstößen gegen das Kartellrecht, Korruption oder vorsätzliche Manipulation von Bilanzunterlagen resultieren. Die Absicherung von Patentrechtsverstößen oder der Diebstahl Ihre Know-Hows ist zwar grundsätzlich möglich, doch die entsprechenden Konzepte sind meist auf so spezielle Situationen zugeschnitten, dass diese selten in Unternehmen anzutreffen sind.
 

Über die GGW Gruppe

Die Gossler, Gobert & Wolters Gruppe (GGW Gruppe) ist einer der großen unabhängigen und inhabergeführten Industrieversicherungsmakler in Deutschland. Als Experte für integriertes Risiko- und Versicherungsmanagement betreuen die rund 290 Mitarbeiter der GGW Gruppe mittelständische Unternehmen aus Industrie, Handel, Gewerbe sowie den rechts- und wirtschaftsberatenden Berufen. Deutschlandweit ist das Beratungshaus an neun Standorten vertreten und berät in Zusammenarbeit mit internationalen Netzwerken Kunden in über 60 Ländern.

Autor: Claudia Runge
Veröffentlicht: 17.08.2021
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